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Motions to Unfurl in der Galerie The Tiger Room
Am vergangenen Samstag eröffnete im The Tiger Room in der Heßstraße die Gruppenausstellung “Motions to Unfurl”mit Arbeiten von Ye Cheng, Eunju Hong und Jiwon Song, kuratiert von Heike Dempster. Zahlreiche Gäste fanden ihren Weg in den Ausstellungsraum, um die vielfältigen künstlerischen Positionen kennenzulernen, die sich mit Identität, Körper, Materialität und der Frage nach Sichtbarkeit auseinandersetzen.
Ein besonderer Höhepunkt der Vernissage war die bewegende Performance von Eunju Hong und der Performerin Alina Belyagina, die das Thema des Entfaltens – körperlich, emotional und räumlich – eindrucksvoll in Szene setzte. Die präzise Choreografie und die feinen Gesten der beiden Performerinnen ließen das Publikum in einen kollektiven Moment der Stille und Resonanz eintauchen.
Der Abend bot zugleich Raum für intensiven Austausch zwischen Besucher*innen, Künstlerinnen und der Kuratorin und markierte den Beginn eines Dialogs, der sich in den kommenden Wochen in der Ausstellung weiter fortsetzt.
Ye Cheng arbeitet mit Malerei, Installationen und alltäglichen Materialien wie Zuckerpapier, um Fragilität, Erinnerung und Transformation sinnlich erfahrbar zu machen.
Sie ist eine ist eine chinesisch-amerikanische Künstlerin (geb. 1992), die derzeit in New York lebt. Die Erfahrung, als Einwanderin der ersten Generation in den USA zwischen Grenzen und Gemeinschaften zu leben, hat ihre Sicht auf Heimat und Identität stark geprägt. Durch ihre Kunst setzt Ye Cheng ihre persönlichen Herausforderungen in Beziehung zum größeren Kontext der Moderne und erinnert an den Verlust des chinesischen Erbes als Ausdruck von Entwurzelung, Mobilität, Entfremdung und Selbstfindung. Im Jahr 2023 wurde Ye Cheng in Artnet als eine der „5 Künstlerinnen, die kurz vor dem Durchbruch stehen” vorgestellt.
Rechts: Ye Cheng, Happy excursion no.12 ,Acrylic on synthetic silk, 107 x 76,2cm, 2025
Oben, linke Arbeit: Jiwon Song, reverie service, Objet Trouvé, Epoxidharz, Plexiglas, Holz, Stoff, Buntstifte , 130 x 90 x 124 cm (Breite x Tiefe x Höhe), 2025
Oben rechts: Ye Cheng, Happy excursion no.6, Acryl auf Seide, 107 x 117cm, 2025
Oben links im Bild: Ye Cheng, Happy excursion no.12 , Acrylic on synthetic silk, 107 x 76,2cm, 2025
Eunju Hong (geb. 1993 in Seoul, Südkorea) lebt und arbeitet in Deutschland und Südkorea. Sie Studierte an der Korea National University of Arts in Seoul , an der Beaux-Arts de Paris und der HfG Karlsruhe. Im Jahr 2023 schloss sie ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste München in der Klasse von Julian Rosefeldt als Meisterschülerin ab.
Ihre erste Einzelausstellung fand 2022 in Seoul statt. Sie hat an zahlreichen Gruppenausstellungen und Künstlerresidenzen in Europa und Asien teilgenommen, darunter im Goethe-Institut Paris, im Museum of Contemporary Art Busan, im Künstlerhaus Bethanien Berlin, in den Kunstarkaden München und im Taipei Artist Village. Im Jahr 2024 hatte sie zwei Einzelausstellungen, eine in München und eine in Seoul.
Jiwon Song erforscht in ihrer Malerei die Porosität zwischen Mythologie, Körper und Natur, wobei ihre Bildwelten oft von zarten, hybriden Wesen bevölkert sind, die an Schwellenräumen existieren.
1993 wurde Jiwon Song in Busan, Südkorea) geboren, heute lebt sie in München. Ihre Arbeiten untersuchen die Grenze zwischen dem Sichtbaren und dem Imaginären und lassen „Geister“ und vergessene Seelen durch Zeichnungen und Wachsskulpturen wiederauferstehen. Indem sie weggeworfene Gegenstände in hybride „Geistermöbel“ verwandelt, bringt sie vergängliche Wesen zurück in die Welt und verbindet dabei Humor, Melancholie und Neugierde. Jiwon Song studierte Malerei an der Ewha Womans University (BFA, 2017) und derzeit an der Akademie der Bildenden Künste München. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem in München, Frankfurt, Brüssel, Seoul und Zürich.
Links, mittig: Eunju Hong, The players, 3D print with PLA, filament, wig, clothes, 90 × 180 × 100 cm (size variable), 2025
Eunju Hong, Exhibition Video: Practice to Fall, Single Channel, 4K Video, Black and White, Stereo, 18’ 14’’, 1//5 +1 A.P, 2025
Motions to Unfurl (Bewegungen des Entfaltens)
Die Ausstellung bezieht sich auf konzeptuelle Ansätze die hybride Lebens- und Wahrnehmungsformen erkunden die aus dem Zusammenspiel von Technologie, Mythologie, Materialität und der menschlichen Existenz entstehen. Durch malerische, installative und skulpturale Interventionen von Ye Cheng, Eunju Hong and Jiwon Song untersucht die Ausstellung, wie Materialität, Verlust und Zugehörigkeit sich in Körperlichkeit und Landschaft einprägen – und zeigt auf, wie Identität an den Rändern von Sichtbarkeit und Macht geformt wird. Heike Dempster
Die Ausstellung ist noch bis 24.1. zu sehen. Am kommenden Samstag kann sie im Rahmen des Rundgangs 5 besucht werden.
Ye Cheng, Happy excursion no.6, Acryl auf Seide, 2025
