April 2026
25. April
Nachtmusik der Moderne
Konzert
22:00 – 23:00
Toru Takemitsu, der 1996 im Alter von 65 Jahren verstarb, war nicht nur der erste Komponist aus Japan von Weltrang, sondern erprobte mit als erster die Gratwanderung zwischen fernöstlicher Ästhetik und westlicher Avantgarde. Schon im ausdrucksstarken ›Requiem‹, von Igor Stravinsky hochgeschätzt, verbindet er japanische Klanglichkeiten mit semiseriellen Techniken. In den ›Corona‹-Werken bilden graphische Notation, aleatorische Elemente und geräuschhafte Klangaktionen zentrale Arbeitsweisen. Seit den späten 1970er Jahren vereint Takemitsu das modale Komponieren von Olivier Messiaen mit der farbigen Instrumentationskunst von Claude Debussy. Das äußert sich auch in den berühmt gewordenen Filmmusiken sowie in ›Nostalghia‹, einer Hommage in Gedenken an den russischen Filmregisseur Andrei Tarkovsky. Was alle Werke eint, ist eine kontemplative Musik, in der sich kleinste Details fast unmerklich verändern, bis sie sich zu filigran-kosmischen Klangströmen verdichten – ganz im Zeichen des Zen-Buddhismus. Ein leiser Schritt ins eigene ›Wonderland‹.
Rotunde Einführungsgespräch, 21 Uhr, Ernst von Siemens-Auditorium
