HAAR – MACHT – LUST

Mit Werken u.a. von: Sandro Botticelli (1445–1510), Filippo Negroli (ca. 1510–1579), Giorgio Vasari (1511–1574), Bartolomé Esteban Murillo (1617–1682), Jacques-Louis David (1748–1825), Jean-Baptiste Carpeaux (1827–1875), John William Waterhouse (1849–1917), Alfons Mucha (1860–1939), Albert Weisgerber (1878–1915), J. D. ’Okhai Ojeikere (1930–2014), Herlinde Koelbl (* 1939), VALIE EXPORT (* 1940), Pieter Hugo (* 1976), Simone Haack (* 1978) und Laetitia Ky (* 1996)

20.03.2026 – 04.10.2026

Ob lang, kurz oder rasiert, glatt oder gelockt – Haare sind weit mehr als eine Frage des Stils. Sie erzählen von Schönheit und Begehren, von Macht und Ohnmacht, von Anpassung und Rebellion. Als universelle Sprache verhandeln sie seit Jahrtausenden soziale, kulturelle und politische Fragen – und bestimmen, wie Menschen sich selbst sehen und gesehen werden. Mit HAAR – MACHT – LUST präsentiert die Kunsthalle München eine thematisch gestaltete, kulturübergreifende Ausstellung, die die vielfältigen Bedeutungen von Kopf- und Körperhaar in den Blick nimmt. Zu sehen sind rund 200 Exponate von der Antike bis zur Gegenwart – darunter Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videoarbeiten, Schmuckstücke, Möbel, Designobjekte und Couture-Kreationen – aus bedeutenden internationalen Sammlungen wie dem Prado, dem Louvre und dem Rijksmuseum. Frisuren signalisieren von jeher Status und Zugehörigkeit – ob im Alten Ägypten oder in der heutigen Selbstinszenierung. Zugleich prägt Haar unsere Vorstellungen von Geschlecht und Rolle: Es kann Normen bestätigen, unterlaufen oder wie im Drag bewusst überzeichnen. Unzählige Geschichten erzählen von der Macht des Haars. Mal steht es für Kraft und Vitalität, wie bei der biblischen Figur des Samson, mal schillert es zwischen Verführung und Abschreckung, wie bei der mythologischen Medusa. Und immer wieder setzt Haar ein politisches Statement – als Zeichen von Protest, Identität und Selbstbestimmung, bis hin zur Frage, wer über den eigenen Körper entscheidet. Dieser sinnliche und überraschende Streifzug durch drei Jahrtausende Kunst- und Kulturgeschichte verdeutlicht, welche Wirkmacht das scheinbar Alltägliche entfalten kann.

Gestaltung basierend auf Ausschnitten von Herlinde Koelbl, Projekt Haare, Punk, 2007, © Herlinde Koelbl / Jacques-Louis David, Anne-Marie-Louise Thélusson, Comtesse de Sorcy, 1790, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, Dauerleihgabe der HypoVereinsbank, sowie nach einer Idee von Naro Pinosa

Kunsthalle München

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