Stephan Balkenhol | Dan Graham

22.11.2025 – 14.02.2026

Erstmalig stehen sich die Werke von Dan Graham (1942 in Urbana – 2022 in New York City, USA) und Stephan Balkenhol (*1957 in Fritzlar, DE) gegenüber. Seit den 1980er Jahren sind beide Künstler eng mit der Ausstellungshistorie der Galerie Rüdiger Schöttle verbunden, ihre Arbeiten wurden aber noch nie im direkten Wechselspiel gezeigt. In den skulpturalen Werken lenken Dan Graham und Stephan Balkenhol den Blick der Betrachtenden ganz bewusst und konfrontieren ihn auf Anhieb mit sich selbst: Dan Graham in Form seiner verspiegelten Pavillons unter Einbezug der Umgebung, Stephan Balkenhol in Form seiner ikonischen Figuren, die vergeblich nach Blickkontakt suchen lassen und somit unmittelbar die eigene Introspektion anregen. Über Jeff Wall ergab sich die Brücke für die Ausstellung dieser beiden Positionen. Er hat zusammen mit Dan Graham einen Pavillon für Kinder im Jahr 1989 realisiert, beide teilen den Ansatz der Konzeptkunst. Gleichzeitig manifestierte Jeff Wall in demselben Jahr seine Begeisterung für die damals noch gegensätzliche figurative Strömung und beschrieb die Figuren von Balkenhol so: „Seine Monade ist eine Art von Gegenexperiment, dazu bestimmt, die Sprache der experimentellen Skulptur zu hinterfragen und deren sonderbares Schweigen von der Warte des menschlichen Körpers zu betrachten. Es ist ein Körper, der aus den harten Kämpfen gegen erdrückend terrorisierende Statuen, jene von der Art des Kolossos, hervorgegangen ist.“ (aus Jeff Wall, „An Outline of a Context for Stephan Balkenhol’s Work 1988“, erschienen im Ausstellungskatalog Stephan Balkenhol, Basel 1988). So unterschiedlich Stephan Balkenhol und Dan Graham auch in ihrer formalen Arbeitsweise sein mögen, ergeben sich doch inhaltliche Parallelen in ihrem Oeuvre. Ihre Werke sind weltweit im öffentlichen Raum zu finden, weil sie im Kern Begegnungen im gesellschaftlichen Kontext schaffen. Die beiden Künstler verbindet eine tiefe Auseinandersetzung mit der europäischen Kunstgeschichte, was vor allem durch den Rückgriff auf das Motiv der Spiegelung erkennbar wird.
Detail von Dan Grahams „Model for Bogotá”, überlagert mit einer Zeichnung von Stephan Balkenhol. Foto: Katja Illner, Bearbeitung: PARAT.cc. © die Künstler